Donnerstag, 4. Oktober 2012

GRASBÄUME, WILDBLUMEN UND EIN KING JARRAH - ZWEITER ARBEITSTAG


Heute fahre ich mit Chris in den Busch. In eine etwas andere Gegend. Die auch wieder total anders aussieht. Ich bin ja so begeistert von der Natur hier! :-)



Chris kommt ursprünglich aus Mazedonien und ist als Kind mit seinen Eltern nach Manjimup gekommen. Er könnte eigentlich schon in Rente gehen, aber seine Frau ist jünger als er und muss noch ein paar Jahre arbeiten. Also arbeitet er auch lieber noch anstatt sich zu Hause zu langweilen.
Mit Chris zu arbeiten macht echt Spaß, weil er total lustig ist und immer einen frechen Spruch parat hat.
Die Schotterpisten, die wir entlangfahren sind teilweise schon echt abenteuerlich. Ich finds klasse! Achterbahn fahren im australischen Bush. :-)

der Dienstwagen

Ich lerne heute, wie man Fußspuren im Sand liest. Macht echt Spaß. Wir notieren alle Tierarten. Aber natürlich interessieren uns vor allem Katzen und Füchse. Die Sandpads gehören ja zum Predator-Monitoring-Project. Und ein paar Woylie Fußspuren finden wir auch. Ansonsten vor allem Kängurus und Wallabies, Emus, Chuditch (eine einheimische Katzenart) und natürlich Possums.
Und ich bin wirklich begeistert von den Pflanzen hier. Viele Blumen, Fleischfressende Pflanzen, Grasbäume und natürlich Eukalyptus in den verschiedensten Formen. Ich hab richtig Glück, dass ich zur wildflower-season hier bin.



prickly moses (gelb), wie die weißen Büsche heißen, weiß ich leider nicht
und Grasbäume und Eukalyptus im Hintergrund


Blumen im Haar!
(Grasbaum mit Clematis)




Sonnentau






Als ich ein Foto von einer fleischfressenden Pflanze machen möchte fällt mir eine Stabheuschrecke auf. Wie cool ist das denn!? Findet ihr sie auf dem Foto?

Stabheuschrecke und Sonnentau-Gewächs


Und noch mehr Blumen. :-)




Auf dem Rückweg kommen wir am Woylie Sanctuary vorbei. Ein Zaun umgibt hier ein Gebiet, in dem keine Fressfeinde sind. Somit kann sich hier eine kleine Population Woylies erholen. So kann die Art zumindest vorerst vor dem Aussterben bewahrt werden.


Perup Sanctuary

Nach der Arbeit zeigt mir Chris noch den King Jarrah. Er ca. 500 Jahre alt, 45m hoch und hat einen Stammdurchmesser von 2,6m. Jarrah trees sind, wie könnte es anders sein, Eukalyptusbäume. Den King Jarrah haben die Holzfäller damals wohl übersehen. Gott sei Dank, so ist wenigsten ein alter und großer Baum nicht abgeholzt worden.


King Jarrah
ich vor dem King Jarrah



Hier die Auflösung zum Stabheuschrecken-Suchbild:



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Mittwoch, 3. Oktober 2012

ERSTER ARBEITSTAG IN MANJIMUP



Um 8 Uhr geht’s los. Mein Arbeitsweg ist ja nicht wirklich weit, also reicht es, dass ich 5 vor 8 losgehe und bin trotzdem noch vor 8 Uhr da. :-) (Also ich wohn im Kingston House direkt auf dem Gelänge des DEC = Department of Environment and Conservation. Ich muss also echt nur einmal umfallen und bin da.)
Adrian kommt gleichzeitig an und begrüßt mich gleich. Er stellt mir kurz die anderen Teammitglieder vor und dann fahren wir auch schon in Zweiergruppen los. Ab in den Busch. Nach 45min Fahrt kommen Adrian und ich irgendwo mitten im Wald an und fangen an die Sandpads, die über den Winter nicht benutzt wurden sauberzumachen. Das heißt: den Sand mit einem Rechen auflockern (der Sand ist ganz schön hart), Dreck rauskehren und die Oberfläche schön glatt machen. Dann noch einen Handabdruck machen, damit man am nächsten Tag sieht, ob es geregnet oder gestürmt hat oder jemand drübergefahren ist und danach den Sand wieder glatt gemacht hat, usw. Und das 50mal. Ganz schön anstrengend!

Adrian macht einen Handabdruck in das fertige Sandpad

Aber die Natur hier ist wirklich überwältigend: Eukalyptusduft in der Luft, Grasbäume, die hunderte Jahre alt sein müssen (die wachsen nur 1cm pro Jahr und sind hier teilweise 4m hoch), Eukalyptusbäume in hunderten verschiedenen Arten und dazwischen blühen Orchideen und Clematis. WOW! 


Orchideen am "Straßen"rand

Ich liebe die Grasbäume!

Clematis

noch mehr Orchideen

In diese Gegend hier kommt man normalerweise garnicht hin. Man braucht eine extra Genehmigung oder muss beim DEC arbeiten, um in diese Gebiete fahren zu dürfen. Also ist hier die Natur unberührt. Gut, sie muss sich von den Holzfällern, die hier alle alten großen Jarrah Bäume vor 50-100Jahren abgeholzt haben erholen. Aber seitdem es ein Naturschutzgebiet ist, kann hier alles wachsen und wuchern wie es will. Man sieht aber auch die Spuren der Buschbrände, die hier aber meistens gezielt und kontroliiert gelegt werden um unkontrollierte große Buschbrände zu verhindern.

Der erste Tag war echt klasse. Total anstrengend und auch lang (hab ja auch noch die Sicherheitsbelehrung und Einführung in das DEC und das Woylie Conservation Project bekommen), aber voller wunderschöner Eindrücke. Und Adrian hat mir auch total viel erklärt, über die Bäume und die anderen Pflanzen hier, was den Süd-Westen Western Australias so besonders macht und viel über die Tiere hier. Hab also viel gelernt.

Kurze Zusammenfassung (für Interessierte):
Süd-West Western Australia ist nach Osten hin durch die Nullarbor Plains, einer großen Wüste von Ostaustralien getrennt. Auch im Norden trennt eine Wüste den Süden von den Tropen. Also umgeben von Wüsten und Meer gibt es hier keinen Kontakt zu anderen Gebieten Australiens. Deshalb gibt es hier auch keine Koalas.
Der Boden hier ist sehr Nährstoffarm. Die Pflanzen sind also auf Symbionten angewiesen um genug Nährstoffe binden zu können. Um sich vor Fras durch Kängurus, Possums & Co zu schützen, produzieren viele Pflanzen hier ein sehr effektives Gift: Natriumfluoracetat. Das hat natürlich als starker Selektionsfaktor gewirkt und es konnten nur Kängurus, Possums & Co überleben und sich fortpflanzen, die gegen dieses Gift resistent sind. Ein ostaustralisches Possum würde hier also sterben, während ein westaustralisches Possum der gleichen Art hier super zurecht kommt.
Heute werden Köder mit diesem Gift (auch Poison 1080 genannt) hier verteilt, um eingeschleppte Arten, wie z.B. Katzen und Füchse, zu vergiften. Daran hab ich schon echt zu knabbern! Ich liebe Katzen und hier werden sie einfach getötet... :-( Sie sind eine Plage und fressen die einheimischen Tiere, wovon schon sehr viele vom Aussterben bedroht sind. Aber ich finde es trotzdem grausam, dass Tiere, die von dummen Menschen hier ausgesetzt wurden, einfach sterben müssen, nur weil sie versuchen irgendwie im Busch zu überleben... :-( am liebsten würd ich die Katzen hier alle einfangen und mit nach Deutschland nehmen...
Übrigens stirbt ein Fuchs oder eine Katze auch, wenn es ein Tier frisst, dass gerade eine der giftigen Pflanzen verspeist hat. Und für Menschen ist es auch giftig.
Der Süd-Westen Western Australias hat also eine ganz eigene und einzigartige Flora und Fauna. Es sieht hier auch wirklich komplett anders aus, als an der Ostküste. Wobei ich den Regenwald an der Ostküste schon sehr gern mag. Kann mich nicht entscheiden, wo es mir besser gefällt. Ist zu unterschiedlich um es miteinander vergleichen zu können.
Was toll ist, ist die Wilblumenblüte (wildflower season), die zur Zeit in Western Australia ist. :-)


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Dienstag, 2. Oktober 2012

PERTH - MANJIMUP



Daniel fährt mich zum Busbahnhof. Der ist echt total nett und Hilfsbereit. :-)

Ich krieg auch noch einen Platz im Bus. Im Bus gibt es sogar kostenlosen Internetzugang, echt klasse! 
Der Abschied von Perth fällt mir schon ein wenig schwer. Finds hier echt klasse, die Leute und Oscar ;-) waren nett und ich liebe das Meer!
Neben mich setzt sich ein halbstarker Aboriginie, der die Erfindung des Deos irgendwie verpasst hat…Puh… :-/ Er ist auch recht gesprächig und gibt mir den Tipp, dass ich in Manjimup mal nach „magic mushrooms“ fragen soll, da wär grad die beste Zeit dafür… Den Tipp nehm ich mir echt zu Herzen, das werd ich sicher mal ausprobieren... ;-) (falls jemand die Ironie nicht versteht: das werd ich natürlich nicht ausprobieren!) 
Der hat mal wieder jedes Klischee erfüllt… Seine erste Frage zu Deutschland war, was für Strafen es da auf Diebstahl gibt… Alles klar! Und ich soll ihm unbedingt ein paar deutsche Schimpfwörter beibringen... Oh Mann!
Gott sei Dank bleibt der in Bunbury und steigt nicht auch nach Manjimup um.

Auf dem Weg nach Bunbury seh ich dann auch das erste Mal ein Emu. :-) Voll cool!

Der Bus nach Manjimup ist ein alter Schulbus, weil der Reisebus leider defekt ist. Naja, auch egal. Der Schulbus hat zwar einen riesen Sprung über die komplette Frontscheibe, aber das interessiert hier glaub ich keinen. ;-)
Der Busfahrer ist auch recht nett und unterhält sich ein wenig mit mir. Nur irgendwann schlaf ich dann ein und wach genau am Ortseingang von Manjimup wieder auf.
Chris holt mich ab und bringt mich erst einmal zu einem kleinen Supermarkt, damit ich was zum Essen kaufen kann und fährt mich dann zum Kingston House. Wo leider niemand ist. :-( Er bietet mir noch an irgendwen zu fragen, ob ich dort den ersten Abend bleiben kann, aber das ist mir dann doch irgendwie unangenehm. Er leiht mir noch seinen Wecker, damit ich am nächsten Tag auch pünktlich aufwache (mein Handy funktioniert ja immer noch nicht).
Ich koch mir Spaghetti und bereue dann doch, dass ich das Angebot, den ersten Abend bei jemandem zu verbringen (den Namen hab ich natürlich vergessen), nicht angenommen zu haben. Ich hatte bisher immer Gesellschaft und so ganz allein in einer fremden Stadt in einem leeren Haus zu sein, ist schon irgendwie blöd. Und kein Internet und auch kein Telefon… Da hab ich zum ersten Mal ein bisschen Heimweh und vermiss alle ganz arg!
Naja, ich geh um 9 Uhr ins Bett. Ich bin totmüde, es ist saukalt und es gibt keine Heizung… :-/

Hoffentlich wird der Tag morgen gut! 


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Montag, 1. Oktober 2012

SUMMER FEELING



Am Sonntag gibt es dann einen Temperatursprung und es ist fast 30°C warm. Also ab an den Strand! Eigentlich würde ich heute im Bus nach Manjimup sitzen, aber nachdem am 01.10. Feiertag ist, kann ich einen Tag später fahren. Perfekt!
Den Katzen gefällt das gute Wetter auch. :-)



Daniel, Liisa und ich fahren zum Cottesloe Beach. Ein wirklich schöner Strand!

Gettin' a tan - or tryin' to get one ;-)

Cottesloe Beach

Liisa

Ich beobachte einen Mann, der aus einem Sandhaufen eine Frau formt. Echt faszinierend! :-)

fertiges Sand-Kunstwerk


Danach treffen wir uns im Pub mit Saander. Zu viert im PickUp nach Hause…das wird interessant. ;-) Aber Sander macht sichs einfach auf der Ladefläche bequem. Oh Mann… Aussie-Travelling! :-D

Sander auf der Ladefläche und Daniel

Sieht echt aus, als würden wir eine Leiche transportieren… :-) Gott sei Dank sieht uns die Polizei nicht!

Zu Hause angekommen versuche ich ein Ticket für den 01.10. nach Manjimup zu kaufen, aber es geht nicht. Mir werden keine Busverbindungen angezeigt. Auf einer Seite steht, dass es an diesem Tag keine Busverbindung gibt. Ich schreibe Adrian und auch der Busfirma, aber ich kriege keine Antwort mehr. Na gut, dann bleib ich eben einen Tag länger in Perth. Morgen soll es eh über 30°C haben. Wär schade da 6 Stunden im Bus zu sitzen. Ich seh‘s australisch – NO WORRIES MATE – und freu mich auf nen heißen Sommertag! :-)


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Am 01.10. kommt dann eine Email von der Busfirma, dass es doch eine Verbindung gibt und auch noch Plätze frei sind. Nur leider zu spät. Ich hab nicht gepackt und brauche fast eine Stunde zum Busbahnhof. Adrian schreibt mir auch noch, dass da eigentlich was fahren müsste und ich halt einfach zum Busbahnhof gehen soll. Aber das schaffe ich wirklich nichtmehr. Ich schreibe ihm das und entschuldige mich und hoffe, er ist nicht sauer. Aber am Dienstag soll es in Manjimup eh regnen und dann können wir sowieso nicht arbeiten.

Ich versuche irgendwie rauszufinden wie ich mit dem Bus zum Strand komme. Das ist echt nicht so einfach. Zudem muss ich auch noch einiges organisieren. Ich verpasse den Bus um 3 und muss dann noch eine Stunde warten, bis der nächste Bus fährt. Mit laufen bin ich dann um 5Uhr am South Beach. Den ganzen schönen Tag am PC verbracht…schade! Aber das Wasser ist eh noch eiskalt, ich wär da eh nicht baden gegangen. Also mach ich‘s mir im Sand gemütlich und genieße einen schönen Sonnenuntergang.

Auf dem Weg zu Strand stehen viele Flaschenputzer Bäume

South Beach

South Beach

den Sonnenuntergang am South Beach genießen :-)

Hier mal das Hintergrundbild :-) Ohne Flip Flops geht in Australien nix!

So schön! :-)



Auf dem Rückweg krieg ich dann erstmal noch voll den Schreck, weil es auf der anderen Straßenseite keinen Bus zurück gibt…und ich habe keine Ahnung, wo die Haltestelle zurück sein soll. Also fahr ich mit dem Bus zur Endhaltestelle und hoffe, dass da noch ein Bus zurück nach Coolbellup fährt. O.o
Aber ich habe Glück und muss dort nur 15min warten. Der Busfahrer ist ein Inder und gibt mir eine Studentenfahrkarte, weil er feststellt, dass ich mir gleich eine für den Gesamtraum hätte kaufen können. Echt nett. Wir unterhalten uns fast die ganze Fahrt. Lustiger Kerl mit dem typischen indischen Akzent. :-)

Zurück bei Daniel und den anderen gibts erstmal leckere selbstgemachte Burger. :-) 

Daniels Hündin Chiara ist heute da und findet mein Bett sehr bequem. ;-)

"Is das etwa nicht mein Bett?"


Leider haben die Katzen echt richtig Angst vor ihr und verziehen sich dann immer. Auch in der Nacht, nachdem Chiara in Daniels Zimmer schläft, kommt Oscar nicht zum kuscheln. Schade! Hab ihn echt lieb gewonnen.


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